Schmerztherapeutische Hypnose

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Mit chronischen Schmerzen leidet die Lebensqualität immens. In der Schweiz leidet laut Swissinfo jeder sechste unter chronischen Schmerzen. Dabei werden beide Geschlechter von Schmerzen heimgesucht, wobei es bei Frauen weitaus häufiger vorkommt als bei Männern.

Doch was passiert eigentlich bei Schmerzen in unserem Körper?

Schmerzen sind primär ein Signal des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Die Symptome, die sich entwickeln, stellen also eine Warnfunktion dar. Bei über lange Zeit anhaltenden Schmerzen kommt es jedoch vor, dass dieser eigentlich sinnvolle Mechanismus seine Schutzfunktion verliert. Dies ist bei chronischen Schmerzpatienten sehr häufig der Fall.
Die Ursachen dafür können mehrere Grundlagen haben. Einerseits das Schmerz-Erinnerungszentrum, das einen bestimmten Schmerz immer wieder hochspielt, obschon die Verletzung körperlich bereits geheilt ist. Abnutzungs- Erscheinungen, die auf Grund von Fehl-, und Überbelastung entstanden sind oder Alterserscheinungen etc. Häufig haben chronische Schmerzpatienten auf medizinischem Weg nur die Möglichkeit über Medikamente und Therapien ein gewisses Level zu halten. Es entsteht eine Endlosschlaufe jedoch in der Regel selten eine Verbesserung des Allgeimenzustandes.
In der Kommunikation mit dem Unterbewusstsein und analytischen Hypnose konzentrieren wir uns nicht mehr vorrangig auf das Beseitigen des Schmerzsymptoms, beispielsweise durch Medikamente oder invasive Verfahren. Zusammen sind wir viel mehr daran interessiert die ursächlichen Gründe der chronischen Beschwerden zu finden und aufzulösen.

In vielerlei Hinsicht lassen sich Schmerzerkrankungen durch psychische Faktoren beeinflussen. Nur wenige Betroffene nehmen leider diesbezüglich eine psychologische Begleitung in Anspruch. Lediglich etwa fünf Prozent der chronischen Schmerzpatienten erhalten eine Psychotherapie. Also nur etwa jeder zwanzigste. Der Rest aller Betroffenen, wird vornehmlich und häufig leider auch unzureichend mit Medikamenten  behandelt. Öfter kommt es sogar vor, dass die Medikamente auch noch völlig falsch eingestellt sind. Bei einigen Schmerzpatienten ist der Grund für die Symptome nicht immer auf ein organisches Problem, sondern auf psychische Traumata zurückzuführen. Ohne richtige Diagnose, kann auch nur das vordergründige Symptom behandelt werden. Das eigentliche Problem bleibt somit häufig unberührt oder kann mit der klassischen Schulmedizin nicht mehr verändert werden.

Für den Erfolg Deiner Schmerztherapie ist es daher unumgänglich, die unverarbeiteten Probleme auf emotionaler Ebene auszuschliessen und zu bearbeiten. Eine solche emotionale Ursache könnte beispielsweise ein selbstsabotierendes Programm auf Grund einer verborgenen Schuld sein, die ein Strafbedürfniss nach sich zieht. Ohne Auflösung dieser verborgenen Programme, die in dem Moment eine Mitursache der Schmerzen sind, kann selbst die beste Behandlung nicht zum erwünschten Ergebnis führen. Das Aufdecken und Verarbeiten solcher belastender innerer Konflikte, die sich über das Schmerzempfinden ausdrücken, ist ein fundamental wichtiger Punkt, zum Erzielen des gewünschten Erfolges.

Die Kommunikation mit dem Unterbewusstsein und analytische Hypnose bietet in dieser Hinsicht genau die Möglichkeit, den für Dich passenden Zugang zum Kern im Unterbewusstsein zu finden, wo die emotionalen Ursachen verborgen liegen. Wir gelangen damit zum Punkt des Entstehens dieser Schmerzprogramme und können anders damit umgehen und sie kontrollieren.

Seit jeher wurde Hypnose zur Schmerzbewältigung eingesetzt. Bereits vor der Einführung des Äthers und Chloroforms in den Jahren 1846/47 waren sich die Mediziner der hohen Wirksamkeit der Hypnose auf unsere Schmerzempfindlichkeit bewusst. Die Effektivität und hohe Bedeutung der Hypnose als bedeutender Bestandteil der Schmerztherapie ist mittlerweile vielfach bestätigt und dokumentiert worden. Bei Schmerzen handelt es sich um ein psychophysiologisches Phänomen, welches sich ebenfalls wie auch andere Gefühle durch psychologische Interventionen beeinflussen lässt. Die Veränderungen unserer Schmerzwahrnehmung durch die Kommunikation mit dem Unterbewusstsein und analytischer Hypnose  sind durchgreifend.  Mithilfe der dabei angewandten Techniken können die Schmerzen erfolgreich herabsetzt oder gar vollständig beseitigt werden.
Dieses beeindruckende Phänomen wurde von namhaften klinischen Psychologen an der Universität Jena untersucht. Unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang H.R. Miltner gelangten die Wissenschaftler zu der Erkenntnis, dass während einer Hypnose zwar die gesamten Schmerzreize zum Gehirn in ihrer vollen Stärke gelangen. Die Verarbeitung dieser Signale wird jedoch dahingehend beeinflusst, dass die Schmerzwahrnehmung deutlich verringert wird. Dieser Effekt ist derart erfolgreich, dass Hypnose noch lange vor dem Einsatz der Anästhesie für operative Eingriffe genutzt wurde.
Die anerkannte Fachzeitschrift „Das Deutsche Ärzteblatt“ honorierte unlängst das Hypnoseverfahren in Verbindung mit Schmerzbehandlungen in einem ausführlichen Artikel. Dort betonen die Autoren, dass die Hypnotherapie im Rahmen der Schmerztherapie einen hohen Stellenwert einnimmt. Es handelt es sich dabei um eine der effizientesten Techniken, mit denen Schmerzpatienten durchgreifend geholfen werden kann. Bei diser Schmerztherapie ist es gar nicht notwendig, in eine tiefe Trance zu fallen: Laut Autoren reicht bereits eine leichte oder mittlere Trance aus, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Da die Hypnose direkt auf der physiologischen Ebene arbeitet und dort in das Schmerzempfinden eingreift, ergeben sich bahnbrechende Möglichkeiten: Sprechen die Patienten gut auf die Hypnose an – dies ist immerhin bei 10% der Bevölkerung der Fall – lassen sich selbst dann beeindruckende Erfolge erzielen, wenn vorausgegangene Behandlungen keine Besserung der Symptome bewirken konnten. Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen – mithilfe dieser Techniken macht jeder Patient einen großen Schritt auf dem Weg zur aktiven Schmerzbewältigung. So kann Hypnose auch als Narkoseersatz eingesetzt werden!
 
Früher wurde Hypnose regelmäßig bei medizinischen Eingriffen eingesetzt.
Und wie ist das heutzutage?

Es gibt tatsächlich noch Ärzte, die Hypnose als Narkoseersatz nutzen: So versetzen zahlreiche Zahnärzte ihre Patienten in Hypnose, bevor sie Behandlungen wie beispielsweise Schleifen, Bohren, Wurzelspitzenresektionen und Extraktionen von Weisheitszähnen vornehmen. In der Praxis hat sich dieses Verfahren gut bewährt und es kommt zu keinerlei unerwünschten Nebenwirkungen, die bei einer chemischen Anästhesie auftreten könnten. Gerade denjenigen Patienten bietet das Hypnoseverfahren beim Zahnarzt eine ideale Alternative, die auf bestimmte Bestandteile der üblicherweise genutzten Anästhetika überempfindlich reagieren. Dies gilt weiterhin für Patienten mit einem schlechten Gesundheits- und Allgemeinzustand. Es bietet sich also immer an, einen Therapieversuch mit Hypnose zu unternehmen, falls Medikamente nicht verabreicht werden können. Weiterhin erweist sich der Sachverhalt als sehr nützlich, dass der Blutverlust durch Suggestionen erheblich reduziert werden kann, was sich gerade bei größeren, aber auch kleineren operativen Eingriffen als sehr vorteilhaft erweist.
Es hat sich in der Praxis  mit Hypnose gezeigt, dass vielen Patienten dadurch geholfen werden konnte, die unter chronischen Beschwerden wie Migräne, Spannungskopfschmerz oder Trigeminusneuralgie litten. Der deutsche Internist und Psychotherapeut Gerhard Klumbies entwickelte vor Jahrzehnten das sogenannte Verfahren der Ablationshypnose. Hierbei lernt der Patient, sich nach einer Ablösung (Ablatio) vom Therapeuten, selbstständig mit Hilfe von Bildern in Hypnose zu versetzen. Hierdurch gelang es Klumbies, zahlreiche chronische Schmerzpatienten erfolgreich von ihren Beschwerden zu befreien. Selbst bei denjenigen Patienten, bei denen im Vorfeld keine anderen Behandlungen anschlugen, wurde teilweise vollständige Schmerzfreiheit erreicht. Durch die spezielle Form der Ablationshypnose waren die Patienten schließlich sogar in der Lage, sich selbstständig von den Schmerzen zu befreien, indem sie sich in Selbsthypnose versetzt habe: Dies gelang mithilfe einer speziellen Farbtafel, die als konditionierter Reiz fungierte. In vielerlei Hinsicht hat sich auch die Hypnose als wirksamer erwiesen als der Einsatz stärkster Medikamente. Sollten Schmerzen selbst durch starke Betäubungsmittel nicht zu bändigen sein, kann die Schmerztherapie durch die Kommunikation im Unterbewusstsein und analytischer Hypnose eine Alternative darstellen.
Mit doppeltem Erfolg!

Neben der Reduktion der Schmerzen weist das Hypnoseverfahren keinerlei Nebenwirkungen auf.
Trotz der guten Resultate, die Hypnose erzielt, bleibt die Schmerzbehandlung als solche dennoch ein anstrengender Weg. Denn insbesondere bei den chronischen Schmerzpatienten spielen oftmals psychische Probleme eine bedeutende Rolle. Anders als bei der Anästhesie kann der  chronische Schmerz nicht ohne Weiteres „weghypnotisiert“ werden. Erfolg wird sich erst dann einstellen, wenn die hinter der Symptomatik liegenden inneren Konflikte identifiziert und auch bearbeitet werden. Eine hohe Motivation des Klienten und des Therapeuten ist Grundvoraussetzung für den Behandlungserfolg – vor allem, weil die seelischen Komponenten teilweise sehr schmerzhaft sein können. In einigen Fällen kann selbst Hypnose keine Linderung der Symptomatik bewirken.

Dies gilt bei Vorliegen eines sogenannten sekundären Krankheitsgewinns.
Hierbei ziehen die Erkrankten einen deutlichen Nutzen aus ihrem Leid. So erfahren die Betroffenen aufgrund ihrer Erkrankung beispielsweise mehr Zuwendung oder aufgrund von anerkannter Berufsunfähigkeit finanzielle Absicherung bzw. Unterstützung.
Generell gilt für die Schmerztherapie mit Hypnose, dass zwingend eine einander ergänzende Behandlung stattfinden sollte. Das bedeutet, dass mehrere therapeutische Verfahren zur Anwendung kommen. Es werden also die fachärztlichen und psychotherapeutischen Maßnahmen durch geeignete andere Behandlungen wie beispielsweise Physiotherapie oder medizinische Trainingstherapie ergänzt. Alles muss selbstverständlich in Absprache erfolgen. Vor dem Beginn einer möglichen Hypnosetherapie sollte immer eine medizinische Diagnostik durchgeführt worden sein.

Lichtschalter Hypnose

Dank der Lichtschalter Technik den Schmerz einfach ein- und ausschalten.
Grundsätzlich verändert eine Hypnose unser Schmerzempfinden auf zweierlei Weise. Einerseits kann eine vollständige Schmerzunempfindlichkeit bewirkt werden, andererseits eine Schmerzüberempfindlichkeit. In meiner Praxis kommt lediglich die erstgenannte Methode zum Einsatz. Hierbei versetzt man die Patienten in einen möglichst tiefen hypnotischen Zustand und stellt die Schmerzunempfindlichkeit über entsprechende Suggestionen her. Hierbei kann es sich um Begriffe wie „unempfindlich“ oder „schmerzfrei“ handeln, die dann mit bestimmten Vorstellungen in Verbindung gebracht werden. Dies ermöglicht eine spätere Selbsthypnose.
Die Suggestionen werden hierbei solange wiederholt, bis man das Gefühl (z. B. „unempfindlich“) wirklich empfindet. Die Schmerzunempfindlichkeit kann zudem auch hervorgebracht werden, indem man ein ideomotorisches Signal wie eine bestimmte Fingerbewegung hierfür nutzt. Immer wenn dieses Signal schließlich erfolgt, tritt die Schmerzfreiheit ein. Um sich von dem Ergebnis zu überzeugen, kann man sich z. B. in den Arm zwicken, um zu überprüfen, ob man die Schmerzen noch spürt. Gerade für Schmerzpatienten ist solch eine Fähigkeit zur Selbsthypnose wertvoll. Auf diese Weise kann die gewünschte Schmerzunempfindlichkeit zu jeder Zeit in jedem Körperteil hergestellt werden. Zum Erlernen dieser Technik haben sich bestimmte Methoden bewährt. Hierbei wird zunächst eine tiefe Hypnose etabliert. Anschließend wird ein bestimmtes Codewort oder Bild im Unterbewusstsein fest verankert. Mithilfe dieses Signalwortes oder Bildes schaltet der Patient seine Schmerzwahrnehmung einfach aus, wann immer möchte.

Die Behandlung verläuft bei jeder Person unterschiedlich.
So wie Schmerzen von jedem Menschen anders wahrgenommen werden. Daher sind sie manchmal sehr leicht, manchmal jedoch auch sehr schwer zu behandeln. Dies liegt daran, dass es unterschiedlichste Schmerztypen gibt, denen jeweils unterschiedliche Schicksale vorauseilen.
Gerade im Bereich der Schmerztherapie gibt es immer wieder Patienten, bei denen sogar die bewährtesten Behandlungsmethoden nicht greifen. Auch Hypnosetherapeuten arbeiten mit solchen Patienten, bei denen die Schmerzen durch das Verfahren nicht beeinflusst werden können. Es handelt sich hierbei oftmals um Patienten, die seit teilweise mehreren Jahren die unterschiedlichsten Schmerzen verspüren. Selbst die Gabe stärkster Schmerzmittel wie Morphium kann keine Besserung der Symptome bewirken. Ebenfalls führten häufig zahlreiche Vorbehandlungen zu keinem befriedigenden Ergebnis. Man nennt diese Patienten dann als „schulmedizinisch austherapiert“. Hinzu kommt, dass viele bereits etliche naturheilkundliche Verfahren ausprobiert haben, die ebenfalls keine dauerhafte Besserung hervorbrachten. Diese Menschen leiden sehr stark und es handelt sich keinesfalls um Simulanten.

Die schwierigere Patientengruppe, die vorkommen kann, leidet unter Schmerzen, die sich aufgrund eines bestehenden inneren Konfliktes oder aufgrund ungeklärter Emotionen äußern. Wirkt also keine Behandlung, kann von psychosomatischen Schmerzen gesprochen. Als Beispiel stellte man sich eine Person vor, die noch lange Zeit nach einem Unfall Schmerzen verspürt, obwohl keinerlei organische Gründe hierfür mehr vorliegen. Oftmals steckt hinter diesen Schmerzen ein Gefühlskonflikt. Beispielsweise kann der Betroffene in diesem Fall unter gestauten Gefühlen wie Wut oder Hass leiden, die er gegen sich oder den Unfallverursacher richtet. Kann diese emotionale Blockade aufgedeckt und gelöst werden, verschwinden oder reduzieren sich die Schmerzen zumindest oftmals noch nach der analytischen Sitzung. Sicherlich können Schmerzen auch durch tiefer liegende Konflikte verursacht werden. In solch einem Fall benötigt man für die Behandlung erfahrungsgemäß deutlich mehr Zeit.
Problematisch stellt sich es sich dar, wenn beim Patienten der sogenannte sekundäre Krankheitsgewinn im Vordergrund steht. Das Beenden der Erkrankung wäre für diese Patienten nicht nützlich. Dieses Phänomen ist beispielsweise auch der Grund, warum psychologisch arbeitende Schmerztherapeuten jemanden ablehnen, falls laufende Rentenverfahren noch nicht vollständig geklärt sind. Dies ist sicherlich für viele Patienten sehr schlimm, z. B., wenn sie nach einem Umfall therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Doch solange die Betroffenen noch Schmerzensgeldansprüche geltend machen oder eine vorzeitige Berentung anstreben, werden die therapeutischen Bemühungen keine positive Wirkung erzielen. Neben dieser finanziellen Seite kann der sekundäre Krankheitsgewinn auch durch Zuwendung von Dritten zustande kommen. Diese Patienten haben unbewusst Angst davor, ihren „Status“ als Kranker zu verlieren, weil der Schmerz eine wichtige Funktion im Leben eingenommen hat und andere Probleme kompensiert. In solch einem Fall muss man zunächst Lösungen für die grundsätzlichen Probleme finden, damit sich der Patient von den Schmerzen lösen kann.
Es gibt in der Praxis immer wieder Patienten, die einerseits zwingend gesund werden wollen und andererseits aus unterschiedlichsten Gründen in ihrem Schmerz eine bestimmte Funktion sehen, die sie nicht verlieren möchten. Solch einen emotionalen Konflikt kann man mit einer analytischen Hypnosetherapie optimal behandeln. Denn mit beiden Persönlichkeitsanteilen kann man Kontakt aufnehmen und herausfinden, welche Motivation hinter dem Festhalten der Symptome steckt und warum der Schmerz eine derart bedeutende Funktion im Leben eingenommen hat. Letztlich werden Wege und Lösungen gefunden, die es dem Patienten ermöglichen, dass er diese Erfüllung auch ohne seine Krankheit erreicht. Sollte jedoch ein Krankheitsgewinn nicht beseitigt werden können, muss die Erfolgsprognose der Therapie leider als sehr ungünstig eingestuft werden. In manchen Fällen müssen die Patienten erst einen solch starken Leidensdruck entwickeln, dass sie zu Veränderungen bereit sind. Manchmal kann selbst ein Suizidgedanke von Nöten sein, damit sich der Schmerzpatient auf den neuen Weg einlässt. Steht der Patient an solch einem Wendepunkt, stehen die Chancen sehr gut, dass dem Patienten geholfen werden kann.

An dem zweiten Patiententypus kann man übrigens sehr gut erkennen, welch enormen Einfluss unser Geist auf unseren Körper hat: Selbst die stärksten Medikamente können nicht mehr anschlagen und der Schmerz bleibt selbst dann noch bestehen, wenn Schmerz verursachende Nerven beispielsweise bei einer Trigeminusneuralgie entfernt wurden. Andersherum kann jeder Mensch allerdings auch seinen Geist als Kraftquelle nutzen, um Schmerzen zu lindern oder vollständig aufzulösen – dies kann auch dann noch möglich sein, wenn der organische Befund eine ganz andere Sprache spricht und sehr starke Beschwerden anzeigt.

Die Wissenschaft beweist den Erfolg
Hypnose hilft chronischen Schmerzpatienten
 
Wie die Ärztezeitung berichtet, konnte anhand einer Studie eindeutig belegt werden, dass sich sogar sehr hartnäckige Schmerzen mithilfe der Selbsthypnose behandeln lassen. Selbst wenn zahllose Therapien gegen die chronischen Schmerzen keine angemessene Wirkung erzielen konnten, konnten die Patienten mit dem Verfahren der Selbsthypnose die Schmerzwahrnehmung auf ein mindestens erträgliches Maß verringern. Der Psychologe Dr. Stefan Jacobs von der Universität Göttingen behandelte bereits zahlreiche Patienten auf diese Art und Weise. Auch diese litten jahrelang unter stärksten Rückenschmerzen sowie Migräne oder Rheuma, obwohl bereits viele Therapien durchgeführt wurden. Insgesamt bewertet Jacobs das Ergebnis als bahnbrechend: Nur ungefähr zehn bis 15 Prozent der behandelten Patienten konnten nicht von der Hypnose profitieren. Hierbei handelt es sich um Menschen, die nur schwer in Hypnose versetzt werden können. Bei den anderen nahmen bereits nach nur wenigen Wochen die Schmerzen rapide ab.
Auf einer visuellen Analogskala reduzierten sich die Bewertungen der Intensität von maximal acht auf etwa zwei bis drei Punkte.

Es bestehen noch weitere Studienergebnisse, die die Wirksamkeit der Hypnose belegen. Hierbei geht es vornehmlich um den Sachverhalt der Schmerzkontrolle. Neben dem Effekt, dass man durch die Hypnose bzw. Selbsthypnose die Schmerzen kontrollieren kann, kann weiterhin ein weiterer psychologischer Effekt bewirkt werden: Die allgemeine Schmerzwahrnehmung wird gemindert. Denn die Schmerzintensität steht immer im Zusammenhang zum Gefühl. In der Lage zu sein, den Schmerz kontrollieren zu können. Durch solch ein Gefühl von Kontrolle können Schmerzen nachhaltig gelindert werden. Wann immer man glaubt, seine Schmerzen bewusst lenken zu können, werden sie  weit weniger intensiv empfunden. Auch wenn dieser Sachverhalt im Bereich der klinischen Therapie bereits bekannt ist, konnten britische Gehirnforscher dieses Phänomen auch mit einer Studie beweisen. Sie fanden heraus, dass hierfür eine bestimmte Hirnregion verantwortlich ist, die sich direkt hinter der Stirn befindet. Dieses Areal vermittelt uns ein positives Gefühl von Sicherheit, wenn wir Schmerzen kontrollieren können. Können wir dies nicht oder nur schwer, reagiert diese Hirnregion nur sehr schwach. Das Resultat: Die Schmerzintensität steigt. Vor allem leidet der Typ Mensch unter diesem Phänomen, der sein Leben ansonsten eisern unter Kontrolle hält. Die Schmerzen sind für diese Menschen besonders quälend, weil diese sich ihrer Kontrolle entziehen.

Für die Untersuchungen verbanden die britischen Wissenschaftler die Handrücken der Studienteilnehmer mit kleinen Elektroden. Über diese wurden leichte, aber dennoch schmerzhafte Stromstöße verabreicht. Konnten die Probanden noch im ersten Durchgang des Tests die Stromzufuhr selbst bestimmen, erfolgte diese Kontrollfunktion im zweiten Teil von außen. Den Teilnehmern wurde also mitgeteilt, dass entweder ein Computer oder Forscher sowohl Intensität als auch Dauer der Schmerzen bestimmt. Während der gesamten Untersuchung wurde die Hirnaktivität aller Probanden überwacht. Über das Verfahren der funktionellen Magnetresonanztomografie konnte der Blutfluss im Gehirn sichtbar gemacht werden. Konnten die Testteilnehmer ihre Schmerzen selbstständig kontrollieren, aktivierte sich ein bestimmter Teil des präfrontalen Cortex. Verfügten sie jedoch über keinerlei Selbstkontrolle, war genau dieses Areal kaum aktiv. Insgesamt empfanden die Probanden die Schmerzen umso stärker, je weniger Aktivität registriert wurde.

Man fand in der Studie zudem heraus, dass die Lebenseinstellung der Teilnehmenden an der Aktivierung maßgeblich beteiligt ist. Lebten die Probanden eher spontan „in den Tag hinein“, war der besagte Bereich des Gehirns selbst bei unkontrollierbarem Schmerz aktiver als dies bei denjenigen der Fall war, die in ihrem Leben alles strikt kontrollierten. Dieses Resultat zeigt, dass in vielen Situationen besser das Unvermeidliche akzeptiert werden sollte, als permanent dagegen zu rebellieren. Diese Studie beschreibt sehr anschaulich, was viele Schmerzpatienten fühlen: Es ist für sie das Schlimmste, nichts gegen die Schmerzen tun zu können. Das Bedürfnis dieser Menschen nach Kontrolle verschlimmere die Schmerzen, wie die Studie eingehend zeigte. Diese und viele andere wissenschaftliche Erkenntnisse machen wir uns in der Hypnose zunutze, um den Patienten auf ihrem Weg aus dem „Teufelskreis Schmerz“ zu verhelfen.

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Quelle des Fachlichen Inhaltes:Stin Niels Musche Hypnoschool Hamburg